Nein!


Ich steh im Supermarkt an der Kasse, 
da fragt mich wieder jemand, ob ich ihn vorlasse. 
Mein Handy klingelt und ein Bekannter is dran, 
er fragt, ob ich ihm noch mal 1.000,- Euro borgen kann. 

Meine Mutter will, dass ich ihr die Wohnung tapezier, 
meine Frau möchte endlich unser 5. Kind von mir. 
Ihr wisst, ich helfe gern, denn ich hab’n guten Kern, 
doch bevor ich selber draufgeh’, bleib ich euch heute fern und sach…

Nein, nein, nein, nein! 
Is mir doch egal – Ihr könnt mich mal! Ich sach… 
Nein, nein, nein, nein! 
Vielleicht ist’s egoistisch und zerkratzt den Heilgenschein, 
doch heute sage ich: NEIN! 

Ich mache täglich beinah 30 Überstunden in der Firma, 
ganz Deutschland fordert mich für die Nationalmannschaft als Stürmer. 
Der Papst nervt mich seit Wochen mit theologischen Problemen 
Und schließlich fragt mich meine Frau: „Kannst du mich mal eincremen?“ 

Was denn noch? Was wollt ihr denn noch alles von mir? 
Ich weiß, als Dank gibt’s doch wieder nur lauwarmes Bier. 
Ihr wisst, ich helfe gern, denn ich hab’n guten Kern, 
doch bevor ich selber draufgeh’, bleib ich euch heute fern und sach…

Nein, nein, nein, nein! 
Is mir doch egal – Ihr könnt mich mal! Ich sach… 
Nein, nein, nein, nein! 
Vielleicht ist’s egoistisch und zerkratzt den Heilgenschein, 
doch heute sage ich: NEIN! 

Macht euch keine Sorgen und wartet auf morgen, 
verzeiht, wenn ich die Kiste nicht trag. 
Kapiert, dass ich euch nicht helf! so do it yourself, 
heut is geschlossen, ich hab Feiertag, das is mein freier Tag… 

Nein, nein, nein, nein! 
Is mir doch egal – Ihr könnt mich so was von mal! Ich sach… 
Nein, nein, nein, nein! 
Versprecht, was ihr wollt, ich geh euch nicht auf den Leim, 
Ihr kriegt von mir nix, ich sach: 
Nein, nein, nein, nein! 
Das muss jetzt mal sein – Ich bleib heut daheim und sach… 
Nein, nein, nein, nein! 
Ich bin mal mein eigener Wohlfahrtsverein, 
Ihr findet’s gemein, doch ich sach: NEIN! 

 

Text & Musik: Jakob Friedrichs, Volker Schmidt-Bäumler

© 2007 hänssler-Verlag
Erschienen auf: Meister der Herzen